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Blick aus Baumkronenperspektive in den Urwald, die Heimat der Kola
Blick aus Baumkronenperspektive in den Urwald, die Heimat der Kola

Ursprünglich kommt die Kolanuss und ihre vielen Unterarten in beinahe allen Ländern West- und Zentralafrikas vor, in denen die für sie günstigen tropischen Bedingungen herrschen. Cola nitida (die ökonomisch wichtigste Unterart) ist heimisch in Ghana, Sierra Leone, der Elfenbeinküste, Nigeria und Liberia. Heutzutage kommt Kola auch auf dem asiatischen und amerikanischen Kontinent vor und wurde bereits in Angola, Brasilien, Tschad, Kongo, Dem. Rep. Kongo, Äquatorialguinea, Äthiopien, Gabun, Guinea, Indien, Jamaika, Kenia, Mali, Mosambik, Senegal, Somalia, Sudan, Tansania, Togo, Uganda, USA und Simbabwe angebaut.

Klima

Grundlegend benötigt sie (sub-)tropisches Klima mit Durchschnittstemperaturen von 23°C – 35°C und wächst im Flachland bis zu einer Höhe von maximal 300m. Sie bevorzugt einen Jahresniederschlag von 1200mm bis 1800mm, ist jedoch auch ohne Probleme in der Lage eine längere Trockenperiode zu überstehen, wie es in ihrer westafrikanischen Heimat klimatisch typisch ist. Sie wächst sowohl auf sandigen als auch lehmigen Böden und kommt selten auch in sumpfigeren Gebieten vor. Normalerweise präferiert sie aber gut entwässerten Boden. Interessanterweise entwickelt die Kola eine deutlich weiter ausladende Krone und trägt mehr Früchte wenn sie frei stehen kann, obwohl es sich bei ihr um einen Waldbaum des Tieflandes handelt und sie dort auch natürlicherweise wächst. 

Verbreitung

Zu ihrer Verbreitung trugen mehrere Faktoren bei. Zum einen wurden und werden die energetisierenden und heilenden Eigenschaften der Kolanuss geschätzt. Zum anderen erhielt sie durch ihre Verwendung im originalen Rezept der inzwischen weltberühmten Coca-Cola erhöhte Aufmerksamkeit und auch wenn der Geschmack und das Koffein in diesem Getränk heutzutage aus anderen Quellen kommt, gibt es noch Limonadenhersteller die die Kolanuss als wichtigen Bestandteil ihrer Kola schätzen. Zuletzt ist die Kolanuss auch hervorragend geeignet um mit Kakao zusammen angebaut zu werden. Da der Kakao natürlicherweise viel Schatten braucht und die Kolanuss diesen im Übermaß zur Verfügung stellt, sind die beiden verwandten Pflanzen ein hervorragendes Team.

Anbau

Kolanussplantage

Der Anbau von Kola (Cola nitida) kann sowohl in Plantagen als auch in Agroforstsystemen und Permakultur erfolgen, wobei jede Methode ihre eigenen Vorteile und Herausforderungen bietet.

Anbau in Plantagen

Für den kommerziellen Nutzen wird Kola oft in Plantagen als Monokultur angebaut, was den Ertrag kurzfristig steigert. Diese Methode ermöglicht eine effiziente Bewirtschaftung und maximale Kontrolle über die Wachstumsbedingungen. Allerdings kann die Monokultur auf lange Sicht Nachteile mit sich bringen, wie Bodenverarmung und erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.

Agroforstsysteme und Permakultur

Traditionell ist Kola Teil einer Mischkultur, eines natürlichen Ökosystems, was für den ökologischen Landbau bedeutend ist. In Agroforstsystemen können Kakao und Kola gemeinsam angebaut werden. Dabei bietet Kola Schatten für die empfindlichen Kakaopflanzen und trägt zur Bodenverbesserung bei. Die Blätter und organischen Rückstände beider Pflanzen können als Mulch verwendet werden, um den Nährstoffkreislauf zu schließen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Bei der Ernte von Kola und Kakao verbleiben die Fruchtschalen direkt beim Baum, was den Nährstoffgehalt des Bodens weiter fördert.

Durch die gemeinsame Anpflanzung können natürliche Feinde von Schädlingen gefördert werden, was den Einsatz von Pestiziden erübrigt. Diese Methode bietet Bauern die Möglichkeit, ihre Einkommensquellen zu diversifizieren und somit wirtschaftlich stabiler zu werden.

Durch die Integration von Kola in Kakaoplantagen und Permakultursysteme können Landwirte nachhaltige und produktive Anbaumethoden entwickeln, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch vorteilhaft sind. Diese Ansätze fördern die Biodiversität, verbessern die Bodengesundheit und tragen zu einer nachhaltigen Landwirtschaft bei.